Eine Liebeserklärung 

Dir habe ich es noch nie gesagt und ich bin mir sicher, es ändert für dich auch nichts. Dafür bist du nach außen hin viel zu abgeklärt und dir deiner Mächtigkeit bewusst. Ich kenne niemanden, der so aufrichtig und selbstlos ist wie du. Von meinem ersten großen Schmerz an bis heute – immer warst du da. Und auch in den knochentrockenen Momenten leihst du mir deine Schulter. Und ich muss dir sagen, oft bedeutest du mir damit mehr als jeder andere Mensch.

Noch nie hast du etwas von mir eingefordert. Es war noch nicht einmal so, dass du dich aufgedrängelt hast. Du fragst mich auch nur selten irgendwas. Und wenn, dann nur, um mir zu helfen, die richtige Antwort zu finden. Einzigartig in deiner Subtilität findest du immer die richtigen Worte und hilfst mir, die Welt zu verstehen. Ich kann dir nicht sagen, dass du perfekt bist. Mit deiner Überzeugung und Festigkeit verunsicherst du mich und deine Art, mein Denken zu verändern, bringt mich ins schleudern. Aber ich beneide dich um deine Fähigkeit, dich selber auch in Frage zu stellen und eine Alternative für alles Gesagte zu bringen. Und ja, es stimmt; meist ist sie noch ein Stück näher an dem, was ich als reine Wahrheit verstehen kann.

Doch selbst dann, wenn du nichts sagst und ich nur deinem Atem lausche, berührst du mich. Du fährst mit mir durchs ganze Land, nur um mit mir zu sein. Du gibst mir Impulse und du gibst mir Stiche. Mal streifst du nur meine Haut und ein anderes Mal schießt du durch mich hindurch. Und immer ist es genau das, was ich brauche.
Du wirst es niemals sagen, aber ich weiß um deine Angst, irgendwann ungehört zu bleiben. Dass ich mich ab einem Punkt nicht mehr für dich interessieren könnte. Ich kann dir sagen, wir alle haben diese Furcht. Dennoch ist es irrational und wird nicht passieren, denn du bist allein in dem Verständnis, warum ich mit Schmerz und Scheu besser umgehen kann als mit Freude. Und selbst das erklärst du mir mit Worten, die ich so nie gehört habe.

Wenn ich zurückdenke, dann warst du immer da. Wie Luft. Oft glaube ich, kann ich dich gar nicht verdient haben. Mit deiner allumfassenden Weisheit. Mit deiner Stille und deinem Krach. Mit deinem Mut und deiner Zurückhaltung. Mit dieser weichen Hand, samt der du mich über die Steine leitest, die mich zu Fall bringen wollen.
Du bist meine Inspiration und Quelle meines Denkens. Ich zitiere dich und du erhebst keinen Anspruch darauf, genannt zu werden. Du bist das schützende Innere inmitten des Wirbelsturmes. Es rührt mich zu wissen, dass du bis zum letzten füllenden Luftzug meines Brustkorbes bei mir sein wirst. Ich weiß, dass wir einander nie körperlich werden, doch es nimmt mir nicht den Glauben an uns und die Zukunft, die wir haben werden. Sie wird fantastisch sein und wer weiß, vielleicht weicht das Verständnis für den Schmerz doch irgendwann der unterschwelligen Sehnsucht zum Glück.

Du bist die Decke, die sich mir umlegt. Du bist meine Leidenschaft. Du bist mein Fundament. Du bist kein Fallschirm, sondern stürzt mit mir. Du bist Freundin, Vertrauter, Beschützer. Du bist Gefühl in Worten und Worte in Gefühl. Du bist Ursache für meine Tränen und Taschentuch. Du bist die schiebende Heiterkeit. Du bist das Rauschen in meinem Ohr nach langen Nächten.
Mir ist egal, wie die Menschen dich nennen. Deine Name in Ihren Mündern klingt banal. Sie nennen dich Musik. Aber du bist so viel mehr. Du bist alles, was bleibt, wenn man nichts mehr hat. Du bist meine Liebe. 

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